FLOTT-MASCHINEN
Die Internetannonce



So wie oben dargestellt waren zwei Tischbohrmaschinen bei ebay annonciert. Ich habe sie recht günstig erworben und sie noch am gleichen Wochenende selbst abgeholt.
Ihren Dienst taten sie offensichtlich bisher in einer kleinen Werkstatt, im Keller eines Fachwerkhauses in Solingen, die Früher einmal als Schleiferei gedient haben soll.
Die Verkäuferin war sehr freundlich und bemühte sich, mich mit allen ihr zur Verfügung stehenden Informationen über die Maschinen zu versorgen. Leider war dies nicht sehr viel, das Alter zum Beispiel habe ich erst nach dem Entfernen einiger Lackschichten selbst herausgefunden:



Die Restauration dieser kleinen Maschine war nicht besonders spektakulär, sie beschränkte sich im Wesentlichen auf das Entfernen der alten Lackschichten und dem Lackieren der Teile.
Wie sie jedoch auf den Ebay-Fotos ersehen können, fehlte bei dieser Bohrmaschine der Motor samt Riemenscheibe; diesen zu beschaffen wurde zumindest zur kostenaufwendigsten Seite meines Projekts.
Gedacht war die Maschine von vornherein als Geschenk für meine Eltern, die diese nun auch glücklicherweise noch rechtzeitig zu Weihnachten erhalten haben. Aus diesem Grund wollte ich sie, entgegen dem Originalzustand, mit einem 230V-Wechselstrommotor betreiben, da bei meinen Eltern zurzeit keine "Starkstromsteckdose" vorhanden ist und man bezüglich des Standortes so sicher auch flexibler entscheiden kann.






Zwecks Motorbeschaffung habe ich mich erst einmal an den Hersteller, die Firma Flott ( www.flott.de )in Remscheid, gewandt, die dort seit 1854 Bohrgeräte und später -maschinen herstellt. Die nette Dame am Telefon war gerne bereit, mir mit Ersatzteilen weiterzuhelfen, jedoch von einer Type 606 habe sie noch nie etwas gehört, obwohl sie seit über 30 Jahren bei Flott arbeite. Ich gab ihr alle Informationen zu der Maschine durch und sie versprach, sich im Ersatzteillager zu erkundigen.
Das Problem bestand nämlich darin, das die ursprüngliche Motorhalterung wie eine Art sehr Flaches "U" ausgeführt war (siehe Foto), also der Motor direkt an sei nem Außendurchmesser verschraubt wurde. Dies ist jedoch bei heutigen Norm-Motoren nicht mehr üblich.
Ein paar Stunden später rief mich der nette Herr aus dem Flott Ersatzteillager zurück und gestand mir, dass sie leider für diese Maschine keine Ersatzteile mehr liefern könnten.
Daraufhin habe ich mich an einen ortsansässigen Elektromaschinen-Betrieb gewandt ( www.wolf-service.de ), die mir günstig einen neuen Qualitätsmotor für meine Anforderungen besorgten. Hierfür musste ich natürlich eine neue Aufnahme aus einem 15er Flachmaterial herstellen herstellen (Zeichnung siehe Galerie am Ende dieser Seite).






So entlackte ich nun als erstes fast alle Teile vollständig mit Flex und Drahtbürste, da sich der Hammerschlaglack, mit dem das gute Stück so farbefroh versehen worden war, als resistent gegen meinen Abbeizer herausstellte.
Darauf folgte die Lackierung, wieder in Hammerschlaglack, jedoch schwarz mit silber hervorgehobenen Einzelheiten.
Und dann endlich konnte ich zu meinem eigentlichen Hobby übergehen, die Technik zu überholen und wiederherzustellen.
Ich drehte in mühevoller Kleinarbeit eine neue Riemenscheibe für den Motor, die ich so auslegte, dass aus den beiden Übersetzungen 800 bzw. 1200 Bohrfutterumdrehungen pro Minute resultierten. Die Drehzahl habe ich deshalb so verhälnismäßig hoch gewählt, weil an der Maschine nur ein kleines 6,5mm Bohrfutter montiert war, was eine hohe Drehzahl zweckmäßig macht.






Zum Schluss habe ich alle Teile montiert und verdrahtet, indem ich alle Originalteile soweit möglich wieder verwendete. Selbst der ursprüngliche ANtriebsriemen kam wieder zum Einsatz.
Und an Weihnachten schienen sich meine Eltern, speziell mein Vater, wirklich über ihr neues Werkzeug zu freuen...



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Hier folgen nun auch noch einige Bilder der zweiten Maschine, die noch etwas älter ist und die ich nicht zu restaurieren gedenke, da sie lediglich eine dem Alter angemessene Patina aufweist und niemand daran rumgepinselt hat.
Diese Maschine ging im Februar 2007 in den Besitz eines ehemaligen Arbeitskollegen über, der mir dafür seine W+D Büchsenverschliessmaschine vermacht hat.



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